Dienstag, 20. Februar 2007

Freigetränke

Hier nun der versprochene Bericht über vergangene Woche. Das Leitmotiv meiner Ausführungen, sozusagen der rote Faden, quasi gesehen der Kitt meiner dieswöchigen Ausführungen ist dem Titel dieses Beitrages zu entnehmen.

Letzte Woche Montag hatten wir Praktikanten die Gelegenheit, zu einer Veranstaltung des "New York Democracy Forum" zu gehen und einem sehr beeindruckenden Vortag des vielfachen Schachweltmeisters Garri Kasparow zu lauschen, der eindrücklich seinen Oppositionskampf gegen den "lupenreinen Demokraten" Putin in Russland schilderte.


Es kam aber noch besser, denn danach gab es allerhand leckere Freigetränke und ein üppiges Büffet (Anmerkung: Als Studenten sind wir da umsonst reingekommen, ansonsten hätte es $25 gekostet). Ein gelungener Abend also!


Ach ja, außerdem am Montag letzter Woche war ich das erste Mal zwischendurch im Sicherheitsrat zum Zuhören. Nach den ersten 5 Minuten des Herumguckens und Feststellens, dass a) alles aussieht wie im schon tausendfach im Fernsehen gesehen und b) die Bude seit Bau der UN 1950 ungefähr noch nie renoviert wurde, war es allerdings verhältnismäßig öde. Es ging um Ost-Timor.

Alles andere als öde war es allerdings am vergangenen Donnerstag, denn auch in New York wurde an (wenn auch versteckten) Stellen ordentlich kölscher Karneval gefeiert, wie etwa im LORELEY. Das hab ich mir als echter Faschingsenthusiast natürlich nicht nehmen lassen ;-). Und tatsächlich war alles wie in Deutschland: Furchtbare Mucke, deutsches Bier und alles voller Deutsche - sogar das deutsche Fernsehen war da.

(Wir standen da übrigens gerade auf dem Tisch)

Danach sind wir weitergezogen auf eine gaaaaaaanz exklusive Privatparty im Edelclub "Plumm", mit Gästeliste (auf die wir irgendwie raufgekommen waren) und allem Pipapo. Nicht schlecht, denn für die Getränke hatte auch schon irgendwer bezahlt - was will man mehr! Für die anwesenden Damen und einige Herren in dem Laden kam es allerdings ganz Dicke, denn Partystargast war kein anderer als...

...Männerunterpintenmodel Markus Schenkenberg. Na ihr Mädels daheim, da fliegt Euch der Hut weg, was!? In Deutschland wäre höchstens der aufgedunsene Michael Ammer gekommen. Jedenfalls war's ein lustiger Abend, leider aber ein Donnerstag, weswegen das Aufstehen am Freitag doch arg schwer fiel.


Am Samstag bin ich mit einer Gruppe Praktikanten über's verlängerte Wochenende (Montag war "President's Day") nach Washington, D.C. gefahren. Unglaublich, wie anders die Stadt ist im Vergleich zu New York, zumindest in der Innenstadt. Riesenbreite Straßen, sauber, ultraleise, etc. Allerdings wirkt die betonte Erhabenheit der ganzen Monumente, Denkmäler und Regierungsgebäude auch irgendwie befremdlich.

Das Weiße Haus, die Weltzentrale der (dunklen) Macht, wirkt übrigens ziemlich klein und jämmerlich, wenn man davor steht - besonders mit den obligatorischen Demonstranten davor (Anmerkung an alle Braunschweigkenner: Das Klageweib links im Bild ähnelt jenem des Braunschweiger Predigers auf erschreckende Weise).


Ansonsten haben wir viel gesehen, auch weil die Museen in Washington alle von der "Smithsonian Institution" gesponsert und daher umsonst sind. Auch im Capitol waren wir drin, da stehen aber größtenteils nur Statuen rum (ist aber schon schick da). Am besten war aber der fiese Wintersturmblizzard, in den wir auf einmal reingekommen sind, als wir direkt vor dem Capitol (im Hintergrund nicht zu erkennen) standen.

Am Samstagabend durfte ich bei einem Abstecher zu meinem Amikumpel Jason, der in der Nähe studiert, noch das echte Ami-Studentenleben kennenlernen. Ich wurde zu einer Partie "Bierpong" eingeladen - ein ganz besonders geistreicher Wettstreit, in dem es darum geht, dem gegnerischen Team Pingpongbälle in die mit Bier gefüllten Becher zu werfen (die man dann austrinken muss - gibt also nur Gewinner)


Am Sonntag, dem letzten Washingtonabend, habe ich mal wieder eiskalten Instinkt bewiesen und mich genau der richtigen Gruppe angeschlossen. Georgs (rechts) einheimischer Kumpel Paul (Mitte), ist nämlich zufällig gutverdienender Jungdiplomat und scheute sich nicht, trotz vehementen und lautstarken Protests meinerseits die Rechnung des Abends in der Georgetowner (=teurer) Bar zu übernehmen und uns dann noch nach Hause zu fahren. Tja, wenns ihm Linderung verschafft...


Zurück in New York gabs am Dienstagabend sogar mal völlig unerwartet in der UN was umsonst, ein absolutes Novum. Gerade wollte ich gen wohlverdienten Feierabend abdüsen, da wurde ich aufgehalten. Malta hatte irgendeine Kunstaustellung in der Lobby angeleiert, wofür wir ausgehungerten und -gedursteten Praktikanten uns aber nur mäßig interessiert haben - eher schon für die gratis-Drinks und Häppchen.


Tja, so war's diese Woche...
Nochwas? Ach ja, ein neues Handy hab ich auch noch. Das Billigste vom Billigen, und so ganz komm ich auch noch nicht damit klar, wie man sieht:


Schlussbemerkungen:
Es soll jetzt natürlich nicht der Eindruck entstehen, ich hätte in der vergangenen Woche nur rumgesumpft! Auch malocht habe ich wie ein Tier. Ich fand es nur erwähnenswert, dass ich das beinahe Unmögliche, sozusagen die Quadratur des Kreises vollbracht habe, nämlich eine halbwegs günstige Woche in den USA zu verleben. Hoffentlich gehts so weiter...

1 Kommentar:

Mixy hat gesagt…

Hey! How was Jason doing? Did you have to find your way through a wall of smoke :p. Beerpong, hahah, classic! Brings back memories.
No drinking games of any kind back in Leiden, study study study for me, and on top of all that I've fallen a bit ill with the weather.
Hope you are still having a great time!
Mrt.